Fujifilm Instax Wide 300

Wie ich ja bereits sagte, hatte ich früher nie einen richtigen Zugang zur Fotografie – abgesehen von der Polaroidkamera meines Opas, weil man da die Fotos direkt sehen konnte. In Zeiten von digitaler Fotografie ist die Tatsache, dass man das Foto direkt sehen kann, nicht mehr so wahnsinnig außergewöhnlich, wie es für mich als kleines Kind war. Warum dann eine Sofortbildkamera benutzen? Und warum eine neue kaufen, anstatt Alten meines Opas? Oder anstatt einer neuen Polaroid Zink? Und wenn man sich die Funktionen der Fujifilm Instax Wide 300 mal so anguckt, spricht auch eigentlich nichts dafür circa 110€ für die Kamera und etwas weniger als 1€ pro Bild auszugeben: der Blitz lässt sich nicht unterdrücken, die Verschlusszeit oder Blendenöffnung lassen sich nicht wählen, fokussieren kann man auch nicht und man hat auch nur eine Brennweite zur Verfügung (wenn man vom Makro-Plastiklinsen-Aufsatz absieht). Warum also entschied ich mich dafür?

1. Warum nicht die alte Polaroidkamera nutzen? 

Fujifilm Instax Wide 300

Fujifilm Instax Wide 300

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob die alte Polaroid von meinem Opa noch funktioniert. Die Chancen stehen eher schlecht, denn als ich sie beim Umzug meiner Oma fand war noch ein Film eingelegt und die Kamera seit Jahren nicht benutzt worden. Das Problem mit den Filmen ist: in ihnen steckte auch die Batterie und die ist natürlich ausgelaufen. Der Impossible Film kostet um die 20€ für acht Aufnahmen. Das sind 2,50€ pro Foto, das ich mache, falls es denn funktioniert. Das war und ist mir ehrlich gesagt zu teuer für dauerhaften Spaß an Sofortbildern und das Risiko, die 20€ einfach weggeworfen zu haben, zu groß.

2. Warum keine Polaroid Zink?

Ich habe mich – natürlich – vor dem Kauf informiert.Und ziemlich alle plausiblen Gründe sprechen auch für eine Zink: man hat auch ein digitales Foto, man kann ein Bild mehrmals drucken und die Bildqualität ist besser im Sinne der Schärfe und der Farbtreue. Was aber gegen die Zink sprach wog für mich viel schwerer: das Gefühl des Sofortbilds fehlte.Mit der Instax hat man genau ein Foto von dem einen Moment. Nicht mehr. Das gefällt mir und erinnert mich viel mehr an die richtige Polaroid. Auf der Photokina letzten Jahres konnte ich mich auch selbst davon überzeugen, die richtige Wahl getroffen zu haben. Mir gefällt der Look der Fotos von Fujifilm besser und außerdem rollt sich das Foto nicht ein. Ich weiß nicht, ob das nur an meinen Ausdrucken der Polaroid lag oder ob das alle haben, aber die Fotos haben sich wie ein Kassenbon eingerollt. 

3. Warum keine Instant Mini 90 Neo Classic?

Damals war ich der Meinung, die Bilder wären zu klein (entsprechen ungefähr einer Visitenkarte – die Bilder der Wide sind doppelt so groß) und dementsprechend fand ich die Kamera überflüssig. Einen Monat nach der Photokina nach langem hin-und-her mit mir selbst habe ich sie mir dann auch noch gekauft, doch dazu kommt noch ein ein eigener Beitrag.

4. Warum keine Lomo’Instant Wide?

Das war die schwierigste Entscheidung, die primär auch eine Sache des Geldes war: die Lomo’Instant Wide kostet fast das Doppelte, hat allerdings auch mehr Funktionen, die mich allerdings nicht reizten. Jetzt fände ich es manchmal schon ganz nett, diverse Möglichkeiten zur kreativen Bildgestaltung zu haben, aber ob mir die Funktionen jetzt 100€ mehr wert wären? Ich denke eher nicht.

5. Was spricht für die Instax Wide 300

Man kann einstellen, ob das Bild etwas heller oder dunkler belichtet werden soll und den Blitz erzwingen. Ansonsten kann man nicht viel Schmeichelhaftes über die Kamera sagen: Sie ist groß, sie ist klobig, sie ist schwer (mit Film immerhin fast 800g) und kann im Grunde genommen fast nichts und trotzdem liebe ich sie. Sie macht mir Spaß und bringt mir Freude, die ich sogar teilen kann. Es gibt nichts Schöneres, als eine schöne Momentaufnahme direkt den Menschen, die man mag, mitzugeben und bei vielen Freunden und Verwandten steht oder hängt ein Foto aus meiner Instax Wide 300 auf dem Schrank oder an der Wand. Zu Weihnachten hatte ich sie zum Besuch bei meinen Großeltern dabei. Meine Großeltern mögen Fotos, da aber alle Welt nur noch mit dem Handy fotografiert und sie weder besonders technisch versiert noch Fans von digitalen Bilderrahmen sind, bleiben ihnen diese Erinnerungen meistens versagt. Das war der wahrscheinlich schönste Moment, den ich mit der Instax Wide 300 erlebt habe: die Freude über die Fotos zusammen mit meinem Bruder und mir, die sie behalten und immer angucken können. Im Zweifelsfall auch mit einer Kerze beim Stromausfall – man weiß ja nie.
Das Gefühl Menschen etwas zu geben, das ihnen Freude macht und ihnen, wenn auch nur für einen kurzen Moment, ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das ist der wesentliche Grund, warum sich jeder Cent für die Kamera und den Film mehr als gelohnt hat. 

6. Vier Fotos für ein Halleluja 

 

Kommentar verfassen